Nurflügel - Die Geschichte der Horten-Flugzeuge

Artikel-Nr. WV 1009

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Sprache Deutsch
Autor Reimar Horten / Peter F. Selinger
Status verfügbar

Der dynamische Flug von Luftfahrzeugen schwerer als Luft beruht auf dem durch eine Tragfläche erzeugten Auftrieb. Die Entwicklung des Flugzeuges in seiner nun mehr etwa 100 Jahre währenden Geschichte beruht auf dieser Erkenntnis; sie gelangte zu einer Reife, die uns heute täglich in Tausenden von Flugzeugen und Flugen vor Augen geführt wird. Dabei hat sich aus den ersten Tagen bis heute eine Grundbauart mit getrennter Auftriebserzeugung und Flugstabilisierung bewährt, die den Forderungen nach Tragfähigkeit und Flugeigenschaften in hohem Maße gerecht wird.
Nur wenige aber wagten in diesen 100 Jahren den Schritt zur konstruktiven Konzentration des Flugzeugs auf seine physikalische Grundlage, die Tragfläche oder den Flügel, obwohl eine solche „Nurflügel“-Bauart zweifellos Vorteile hinsichtlich der Effizienz des Fluggerätes zu bringen in der Lage ist.
Unter ihnen nimmt Dr. Reimar Horten einen besonderen Platz ein, da er, ähnlich wie Dr. Alexander Lippisch, das Nurflügelflugzeug aus der Frühzeit des Flugzeuges heraus zu einer aerodynamischen und konstruktiven Reife entwickelte, die keinen Vergleich mit konventionellen Entwürfen unserer Zeit scheuen muss.
Untersuchungen über die Kursstabilität von Segelflugmodellen Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts legten den Grundstein für die Geradeausflugeigenschaften der späteren großen Nurflügel-Flugzeuge der Bruder Horten. Die technische Kreativität und Beharrlichkeit Reimars wurde ideal vom Organisationstalent seines Bruders Walter getragen. Noch als Schüler begannen sie in der elterlichen Wohnung im Südwesten Bonns 1933 mit dem Bau ihres ersten Flugzeuges. Bis Kriegsbeginn folgten zwei in mehreren Exemplaren hergestellte Segler und zwei weitgehend aus Kunststoff aufgebaute Flugzeuge, ein Gleiter und ein Motorflugzeug, die bei der Dynamit AG in Troisdorf entstanden. Erstmals in der Welt wurde bewiesen, dass sich aus „Ersatzstoffen“ nicht nur kleine Teile, sondern auch tragende Strukturen aus den harzgetränkten Papieren/Wellpappen oder mit Zellulose versetztem Kunstharz herstellen lassen.
In der Kriegszeit bewies sich Walter Hortens Geschick, in den Grauzonen der Militäradministration einen Weg für den Aufbau des die Horten-Konstruktionen tragenden Luftwaffenkommando IX zu finden. Mitten im Krieg wurden sowohl Hochleistungssegelflugzeuge als auch Motorflugzeuge zur Flugreife gebracht. Noch vor Ende des Krieges flog das erste Nurflügel-Turbinenflugzeug. Ein sechsmotoriges Transportflugzeug war als fliegender Windkanal zu 50% fertig, ein Delta-Überschalljäger und ein sechsstrahliges Fernkampfflugzeug waren begonnen, als der Zusammenbruch alle Arbeiten beendete.
1948 fand der inzwischen zum Dr. rer. nat. promovierte Reimar Horten in Argentinien ein neues Wirkungsfeld. In den folgenden zwölf Jahren verließen verschiedene Segelflugzeuge die Werkstätten in Cordoba, ein Deltaflugzeug wurde als Gleiter erprobt, waren Windkanalversuche für einen zweistrahligen Aufklärer abgeschlossen und ein viermotoriger Nurflügel-Transporter hatte die ersten Flüge erfolgreich hinter sich, als 1960 die Entwicklungsarbeiten eingestellt werden mussten. Dr. Horten folgte nun für die nächsten zwanzig Jahre einem Ruf der Universität Cordoba und verbrachte in der Nähe von Cordoba auch seinen wohlverdienten Ruhestand.
Dieses Buch schildert den dornenvollen Weg der Entwicklung und Erforschung des Nurflügelflugzeuges durch die Brüder Horten, deren Konstruktionen ihren Weg auch in die neue Welt fanden. Ein bedeutender Abschnitt deutscher Luftfahrtgeschichte, durch die Pionierleistungen der Gebrüder Horten geprägt, wird vor der Vergessenheit bewahrt: Nurflügel – die Geschichte der Horten-Flugzeuge 1933–1960.

Sehr gut recherchierter Text mit vielen Daten und Fakten. Das Buch ist mittlerweile ein Standardwerk!

22,5 x 26,5 cm, 240 Seiten, 410 Abbildungen, zahlreiche Risse, English Summary